Vianutri - Der Weg zu gesünderem Leben

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28.10.2010 • Sauer macht lustig – oder etwa nicht?

Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht!
Das Gleichgewicht von seelischem und körperlichem Wohlbefinden ist die Quelle für Vitalität und Gesundheit bis ins hohe Alter. Doch die Anforderungen unserer modernen Zeit – hohe Herausforderungen im Berufs- und Alltagsleben, Hektik, Stress, seelische und körperliche Belastungen sowie unsere „moderne“ Ernährung fordern unserem Körper sehr viel ab.

Das Essen und die Mahlzeiten, die früher im Mittelpunkt des familiären Miteinanders standen, kommen ebenso zu kurz wie die Zeit, die zum Entspannen und für die Bewegung übrig bleibt. Bei dieser täglichen Höchstleistung übersäuert unser Körper nur allzu leicht und schnell.

Was der Körper braucht und wie er arbeitet
Unser Organismus und somit jede unserer Körperzellen benötigt täglich Nährstoffe (Kohlenhydrate, Fette, Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente), um optimal arbeiten zu können. Diese Nährstoffe wandelt die Zelle unter zu Hilfenahme von Sauerstoff in Energie um. Bei diesem Prozess fallen Schlackenstoffe (vor allem Säuren) an, die über unsere Ausscheidungsorgane Niere, Lunge, Haut und Darm ausgeschieden werden.

Übersäuerung – wie kommt es dazu?
An erster Stelle sind es falsche Ernährungsgewohnheiten: zu viel, zu fett, zu süß sowie zu viel Eiweiß; zu viel Alkohol, zu viel (gesüßte) Fruchtsäfte und zu wenig Wasser lassen das fein aufeinander abgestimmte System des
Säure-Basen-Haushaltes aus dem Lot geraten. Aber auch dauerhafte psychische und/oder körperliche Belastungen tragen zur Übersäuerung bei. Die konstante Aktivierung des Sympathikusnervs – unseres „Stress-Auslösers“, der uns ständig in Flucht- oder Kampfbereitschaft hält, bringt das System aus dem Gleichgewicht, da hier viele Mineralstoffe verbraucht werden.
Ist der „Input“ säurebildender Faktoren größer als Lunge, Niere und Darm wieder ausscheiden können, bindet der Organismus die überschüssigen Säuren an basische Mineralstoffe, wie Kalium, Calcium und Magnesium. Werden mit der Nahrung nicht genügend Mineralstoffe aufgenommen, greift der Körper seine eigenen Mineralstoffdepots an.

Diese werden entsprechend der (Un-)Wichtigkeit für die Körperfunktion nacheinander geleert: zunächst die Depots im Haarboden und in den Fingernägeln. Die Folgen: vermehrter Haarausfall, dünne, brüchige Fingernägel. Es folgen die Mineralien der Zähne und Knochen: Karies, Parodontose und Osteoporose sind die Erkrankungen, die in Erscheinung treten.

Wohin nun mit der Säure?
Da unser Körper immer bestrebt ist, sein Überleben zu sichern, packt er zunächst die an Mineralien gebundenen und somit unschädlich gemachten Säuren in das Bindegewebe.

Das Bindegewebe dient zunächst als Zwischenlager, da unser Organismus versucht, mit den neu mit der Nahrung aufgenommenen Basen die Säuren wieder herauszulösen uns auszuscheiden. Werden aber immer mehr säureproduzierende Nahrungsmittel zugeführt, verkommt das Bindegewebe zum Endlager mit fatalen Folgen. Das sichtbare Ergebnis ist als Cellulite an Hüfte, Beinen und Po bekannt, ein „Schönheitsmakel“ der besonders Frauen stört. Doch das Problem steckt viel tiefer. Über das Bindegewebe sind unsere ca. 80 Billionen Körperzellen miteinander verbunden. Es dient dem Informationsaustausch sowie dem An- und Abtransport der Nähr- und Schlackenstoffe. Es ist die Brücke, das Bindeglied, zwischen unseren feinsten Blutgefäßen, den Kapillaren, und jeder einzelnen Zelle. Wird es nun zur Lagerstätte für die Säurelast, ist die Versorgung der Zellen nicht mehr gewährleistet. Es kommt zum unregelmäßigen Zellstoffwechsel, später zu veränderten Zellstrukturen.

Auswirkung zu hoher Säurekonzentration
Ständige Kopfschmerzen, anhaltende Myogelosen (Muskelverspannungen), vermehrte Infektanfälligkeit, Verdauungsbeschwerden wie Sodbrennen, Verstopfung und vermehrte Durchfälle, aber auch Durchblutungsstörungen sind Ausdruck einer dauerhaften Übersäuerung. Rheumatische Erkrankungen, Gicht, Neuralgien, aber auch Herzinfarkt und Schlaganfall sind auf eine jahrelange Übersäuerung des Körpers zurückzuführen. Übrigens ereignen sich die meisten Herzinfarkte zwischen drei und fünf Uhr in der Frühe. Zu diesem Zeitpunkt besteht im Körper der höchste Pegel an Säuren, da die Leber, unser größtes Stoffwechselorgan, ihre aktivste Arbeitsphase zwischen ein und drei Uhr nachts hat. Es entsehen dadurch vermehrt Säuren, welche aber erst mit dem ersten Morgenurin nach dem Aufstehen ausgeschieden werden und somit den Herzmuskel des Nachts permanent umspülen.

Vorbeugen – aber wie?
Drei Säulen sind es, mit denen Sie einer Übersäuerung vorbeugen können bzw. eine bestehende Übersäuerung positiv beeinflussen:

  • Ernährung
  • Bewegung
  • Entspannung
Ernährung
Essen Sie viermal so viel Basenspender wie Säurebilder und trinken Sie mindesten zwei bis zweieinhalb Liter stilles Wasser pro Tag (ausgenommen Sie haben ein Nierenleiden).
Basenspender sind vor allem frisches Gemüse, Salate und Obst. Bevorzugen Sie dies je nach Saison und möglichst aus biologischem, heimischem Anbau.

Exotische Früchte werden meist unreif geerntet und enthalten schon aufgrund dieser Tatsache weniger Mineralstoffe, die durch eine lange Lagerzeit nochmals reduziert werden. Auch Kürbis und Sonnenblumenkerne (z.B. zum Salat) sind reich an Calcium, Kalium und Magnesium.

Reduzieren Sie tierisches Eiweiß, vor allem Fleisch und Wurst. Sie sind extrem säurebildend und sollten deshalb nicht täglich gegessen werden. Auch Milchprodukte tragen zur Übersäuerung bei. Zwar enthalten Sie viel Calcium, dies steht allerdings dem Körper nicht zur Verfügung, da es bereits zum größten Teil zur Neutralisierung des in den Milchprodukten enthaltenen Eiweißes benötigt wird.
Trinken Sie vor jeder Hauptmahlzeit ein Glas Gemüsesaft. Er enthält einen hohen Anteil an basischen Mineralstoffen. Machen Sie Süßigkeiten und Alkohol wieder zu dem, was sie sind: Genussmittel: In Maßen genossen (z.B. sonntags) haben sie noch keinen geschadet.

Bewegung
Dreimal die Woche eine Stunde Sport fördert nicht nur den Säureabbau, sondern stärkt auch die Leistungsfähigkeit. Hierbei eignen sich besonders Sportarten wie Radfahren, Nordic Walking und Schwimmen. Sie steigern nicht nur die Ausdauerfähigkeit, sondern sind zusätzlich noch gelenkschonend.