Vianutri - Der Weg zu gesünderem Leben

slideshow1

18.09.2011 • Krebs und die richtige Ernährung.

Wie kann eine richtige Ernährung bei Krebs aussehen - was ist gut und was sollte man vermeiden.

Ernährung bei Krebs

Was und in welcher Menge wir essen, trägt erheblich zum Wohlbefinden, zur Lebensqualität und Prävention von Krankheiten bei. Auch Menschen, die an Krebs leiden, können von einer Umstellung ihrer Ernährungsgewohnheiten profitieren: Durch die gezielte Lebensmittelauswahl kann der Patient seinen Gesundheitszustand aktiv beeinflussen. Allerdings kann die Ernährung weder ein Waffe gegen einen vorhandenen Tumor sein, noch eine medizinische Behandlung ersetzen. Zur Ergänzung der täglichen Ernährung kann es sinnvoll sein, zusätzlich Vitamin- und Mineralstoffpräperate zu nehmen.


Krebsentstehung

Jedes Jahr erkranken nach Schätzungen des Robert Koch Instituts mehr als 420.000 Menschen in Deutschland neu an Krebs. Erwiesen ist, dass sehr viele Faktoren auf ganz unterschiedlichen Ebenen auf die Krebserkrankung einwirken. Wesentlich beeinflusst wird die Tumorentstehung durch Umweltfaktoren. Dazu zählt auch die Ernährung. Denn über die Nahrung werden neben Nährstoffen und gesundheitsfördernden Substanzen wie etwa den sekundären Pflanzenstoffen auch ungewollt Stoffe aufgenommen, die krebsauslösende und krebsfördernde Wirkung haben. Und einen beträchtlichen Einfluss haben unsere Ernährungsgewohnheiten, also was und in welcher Menge wir essen und wie wir unsere Nahrung zubereiten. Ebenso spielt ein Zuviel auf der Waage bei der Krebsentstehung eine Rolle: Übergewicht erhöht beispielsweise das Risiko an Dickdarm- oder Brustkrebs zu erkranken deutlich. So kann jeder sein Basisrisiko, an Krebs zu erkranken, durch seinen Lebensstil – sprich ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung – senken. 

Ernährungstherapie bei Krebs

Eine bedarfsgerechte und schadstoffarme Ernährung ist für Krebspatienten besonders wichtig. Sie kann den Krebs zwar nicht heilen, aber sie verbessert den Kräftezustand, die körperliche Abwehr und das Wohlbefinden des Patienten. Ein guter Ernährungszustand kann die Nebenwirkungen der Strahlen/Chemotherapie und/oder die Belastung einer Operation verringern und damit entscheidend zum Erfolg der Krebsbehandlung beitragen.

Das Essen des Krebspatienten sollte gut bekömmlich und nährstoffreich sein. Grundsätzlich gilt, was vertragen wird, darf auch gegessen werden. Zarte und gut verträgliche Gemüsesorten wie Möhren, Kohlrabi, Zucchini, Rote Bete oder Brokkoli sollten regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Sie liefern viele Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und gesundheitsfördernde sekundäre Pflanzenstoffe. Blähende Gemüsesorten wie Kohl, Hülsenfrüchte oder Zwiebeln, aber auch rohe Paprikaschoten und Gurkensalat werden dagegen häufig schlecht vertragen. Äpfel, reife Birnen, Beeren sowie Aprikosen oder Pfirsiche sind Obstsorten, die täglich gegessen werden können. Säurereiches Obst oder Obst mit einer harten Schale sind weniger geeignet, da sie den Magen-Darm-Trakt stärker beanspruchen. Wer Vollkornprodukte verträgt, sollte diese in seinen Speiseplan einbauen. Gut bekömmlich ist fein gemahlenes Vollkornbrot wie z.B. Grahambrot. Gesäuerte Milchprodukte wie Joghurt oder Käse liefern ebenfalls wertvolles Kalzium. Regelmäßiges Trinken spielt in der Ernährung von Krebspatienten eine wichtige Rolle. Denn bei der Strahlen- und Chemotherapie werden die anfallenden Abbauprodukte über die Niere ausgeschieden. Die tägliche Trinkmenge sollte zwischen anderthalb und zwei Litern liegen. Empfehlenswerte Getränke sind Mineralwasser, Kräutertees und in Maßen schwarzer Tee und milder Kaffee. Sehr fette und süße Speisen wie Pommes, Fettgebackenes oder Sahnetorten verursachen häufig ein Unwohlsein und sollten daher gemieden werden. Planen Sie lieber eine leichte Quarkspeise oder einen Pudding für den süßen Appetit ein. Bekömmlich essen heißt auch, auf die Portionsgröße achten. So ist es günstiger viele kleine Mahlzeiten am Tag zu essen, als drei große. Und auch die Atmosphäre ist entscheidend: Ist der Tisch hübsch gedeckt, schmeckt es gleich besser.

Häufige Komplikationen bei Tumorerkrankungen sind Appetitlosigkeit, Schluckbeschwerden sowie Übelkeit und Erbrechen. Mit der Folge, dass die Patienten mangelernährt sind und an Gewicht verlieren. Ein wichtiges Ziel in der Ernährungstherapie von Krebskranken ist es daher, diesen Ernährungsstörungen vorzubeugen. Hier müssen die Mahlzeiten dem Bedarf entsprechend angereichert werden. Die Auswahl der Nahrungsergänzungsprodukte ist sehr vielfältig.


Wenn nichts schmecken will

Ursachen für den mangelnden Appetit gibt es viele. Ängste und Sorgen über den weiteren Verlauf der Erkrankung aber auch ein veränderter Geschmacks- und Geruchssinn sowie Nebenwirkungen von Medikamenten können zu Appetitlosigkeit führen. Um genug zu essen, sollten die Portionen möglichst klein und ansprechend zubereitet sein. Außerdem gilt: immer dann essen, wenn der Appetit da ist – auch dann, wenn nicht gerade Essenszeit ist, z.B. nachts. Dafür müssen immer genügend Vorräte im Haus sein, z.B. Tiefgefrorenes zum schnellen Zubereiten. Wohlschmeckende Snacks und Knabbereien können in der Wohnung gut sichtbar verteilt werden. Bitterstoffhaltige Teesorten wie Wermut, Beifuß, Salbei und Enzianwurzel wirken appetitanregend. Auch Kräuter wirken appetitanregend: Deshalb Basilikum, Petersilie, Ingwer oder Majoran zum Würzen verwenden. Essensgerüche verursachen häufig Übelkeit, deshalb sollten geruchsarme Speisen bevorzugt werden. Darüber hinaus können Kochgerüche durch gutes Lüften minimiert werden.

 

Schluckbeschwerden

Als Nebenwirkung der medikamentösen Behandlung können Schluck-oder Kaubeschwerden auftreten. In solchen Fällen werden kühle Getränke oder pürierte Speisen wie z.B. Joghurt-Shakes, Pudding, Eis, Suppen oder Eintöpfe besser vertragen. Zudem können hochkalorische und eiweißreiche Zusatztrinknahrungen oder Säuglingsnahrungen helfen. Als Getränke haben sich stilles Wasser oder Teesorten wie Kamille, Fenchel und Salbei bewährt. Scharfe Gewürze und zu salzige Speisen sowie säurehaltiges Obst und Gemüse, z.B. Orangen, Grapefruit oder Tomaten sollten gemieden werden.

 

Übelkeit und Erbrechen

Tritt die Übelkeit nach der Einnahme von Medikamenten auf, ist es sinnvoll die Mahlzeiten auf andere Tageszeiten zu verschieben. Erfahrungsgemäß ist es von Vorteil, morgens eine größere Mahlzeit zu sich zu nehmen. Bewährt haben sich trockene Lebensmittel wie Cracker, Toast oder Zwieback. Auch Suppen, Kartoffeln oder Reis werden gut vertragen. Pfefferminztee oder -bonbons nach dem Essen helfen, der Übelkeit vorzubeugen. Kleine Portionen und liebevoll angerichtete Speisen tragen ebenfalls dazu bei, die Speisen besser zu vertragen. Auf Lieblingsgerichte sollte während der Übelkeitsphase verzichtet werden, damit es Lieblingsspeisen bleiben.

 

Gewichtsverlust

Um einen Gewichtsverlust entgegenzuwirken sollten mehr kalorienreiche Lebensmittel gegessen werden, die auch viel Eiweiß enthalten. So soll der ebenfalls einsetzende Muskelabbau gestoppt werden. Wenn die Aufnahme natürlicher Lebensmittel nicht ausreicht, können z.B. eiweißreiche Zusatztrinknahrung oder Nährstoffkonzentrate eine gute Ergänzung sein.

Eine Ernährungsberatung durch eine kompetente Fachkraft  kann hier sehr sinnvoll sein!

www.ernaehrungsberatung-stefanie-metty.de